Unsere Stücke werden auf den Brettern, die die Welt bedeuten, dargestellt. Bei den Theaterstücken "Emma und der blaue Dschinn" und "Wakan'tankas Auftrag" haben wir noch auf einer selbst entworfenen Bühne gespielt. Sie bestand aus einer Holzkonstruktion und Bühnenelementen. Der Auf und Abbau dieses Bühnenmodells ist jedoch zu aufwändig. 

 

 

 

Um zu gewährleisten, auch in anderen Gemeinden oder bei Veranstaltungen spielen zu können, haben wir uns nun seit dem Stück "Aufruhr im Schrullenwald" für ein anderes Bühnenmodell entschieden. Wir spielen jetzt nicht mehr auf "Brettern", sondern auf einem Teppich, der für uns die Welt bedeutet. 

Die Bühne ist nun 7 Meter breit und 3,20 Meter tief, besitzt eine Höhe von 2,20 Metern und wird mit jeweils vier Scheinwerfern auf jeder Seite beleuchtet.

 

Das Herstellen der Marionette: 

Die Marionettenbauer treffen sich in einem Zeitraum von einem ½ Jahr bis zu einem ¾ Jahr einmal in der Woche zwei Stunden und manchmal findet ein ganzes Marionettenbauwochenende statt. Hier werden die Figuren entworfen, Köpfe, Hände und Füße modelliert, der Körper aus Holz, Metall, Stoff … hergestellt. Es wird gemalt, gesägt, genäht, geschimpft und gelacht. Und am Ende ist ein kleines Volk von Wesen fertig, die sich durch die Bewegungen des Spielkreuzes steuern lassen. Alles an den Puppen ist selbst gemacht.

Währenddessen rauchen kreative Köpfe für die Geschichte: 

Ein wichtiger Bestandteil dieser Zeit ist auch die Geschichte, die später auf die Bühne gebracht werden soll. Entweder steht sie schon, bevor das Herstellen der Figuren beginnt (hier hat schon zu Beginn jede Marionette ihren bestimmten Charakter) oder die Geschichte entwickelt sich während des Baus. So wie die Puppen jede Woche wachsen und sich in eine Richtung entwickeln, so wächst auch die Geschichte mit den Eigenschaften, die die Puppe bei der Herstellung entwickelt. Wir haben sowohl schon Geschichten anderer Köpfe gespielt ("Emma und der blaue Dschinn" von Cornelia Funke) als auch Geschichten unserer eigenen Köpfe ("Wakan'tankas Auftrag", „Aufruhr im Schrullenwald“). 

Und dann wird die Geschichte mit den selbstgebauten Marionetten für alle Augen sichtbar gemacht: 

Sind die Figuren und das Stück fertig, geht es ans Üben. Das Einstudieren dauert ca. 2-3,5 Monate. Hier werden die Rollen verteilt. Bei den Stücken „Emma und der blaue Dschinn“ und „Wakan’tankas Auftrag“ hatte jede Marionette einen Spieler und einen Sprecher. Der Sprecher der jeweiligen Figur war das ganze Stück über der gleiche. Der Spieler hat teilweise gewechselt. In unserem neuen Stück „Aufruhr im Schrullenwald“ ist dies anders. Jeder Spieler ist ein bis zwei Marionetten zugeteilt, die er während des ganzen Stückes spielt. Das Sprechen übernehmen zwei Sprecher, die die Geschichte vortragen zu der sich die Marionetten zeitgleich bewegen. 

 

 

Das Proben erfordert viel Achtsamkeit und Aufmerksamkeit gegenüber den Bewegungsabläufen. Zunächst machen wir uns die Bewegungen eines Menschen bewusst, anschließend übertragen wir diese dann auf die Marionette. Um das genau zu lernen haben wir auch schon zwei Fortbildungen besucht. Die Vorgänge, wie z.B. das Laufen, Hinknien, Umdrehen usw., werden immer wieder zu Beginn der Proben geübt. Diese Vorarbeit ist wichtig für das Spielen im Stück selber, was natürlich während dieser Zeit sehr häufig geübt wird. Während die Spieler das Spielen üben, üben die Sprecher das Sprechen. Seit dem Stück „Aufruhr im Schrullenwald“ ist unser Techniker in dieser Zeit sehr mit dem Licht und der Musik beschäftigt, die extra für das Stück zusammengeschnitten werden muss. Schließlich besteht das Theaterstück aus einem Zusammenspiel von Text, Musik und Bewegung. Je näher die Aufführung rückt, desto öfter trifft man sich um zu üben. Nicht zu vergessen sind auch die Kulissen. Sie entstehen während dieser Zeit parallel und erfordern genauso viel Engagement wie die anderen Aufgaben. 

 

 

Und irgendwann ist der Tag der Premiere dann da und das jeweilige Stück hat seine Uraufführung im evang. Gemeindehaus Ottensoos.